Direkt zum Hauptbereich

Der Produktprospekt und die INCI Liste im Check: Kosmetik im Verkaufsgespräch

Okay, ich gebe zu, als gelernte Drogistin habe ich einen Wissensvorsprung. Allerdings finde ich es schon niedlich, wie idealistische junge ParfümerieverkäuferInnen ihren eigenen Pressemappen glauben. Es gibt da einen entzückenden, leicht übermotivierten Kollegen, dem ich heute leider ganz deutlich gemacht habe, dass den schönen Worten von PR Leuten bitte kein Glauben zu schenken ist. Die Marke Stri-Vectin wird grade promotet als 'frei von Petrolatum und Mineralöl'. Dabei stehen auf der INCI-Liste, der Liste der Inhaltsstoffe, so nette Dinge wie 'Isoparaffin'. Hm. Paraffin. Okay, kein Petrolatum. Und dann 'Synthetic wax'. Okay, Bienenwachs isses nicht. Dimethicone. Nur in seltenen Fällen NICHT aus Mineralöl. In der Augencreme finde ich dann noch Acrylate und Copolymer. DAS nenne ich aber mal Irreführung der Verbraucher. Und in diesem Fall auch des eigenen Personals. Leider wird gerne bei Schulungen um solche Tatsachen herumgeredet und wenn man nicht nachfragt, plappert man dann eben Marketingsprech nach. Es gibt durchaus Gründe, warum auch Mineralöle in Pflege sein können und dürfen, nicht immer ist das 'böse'. Aber dann zu implizieren, es wäre keines drin, ist dreist! Im Verkauf ist es nicht immer leicht, der Kundin gerecht zu werden. Schnellen Erfolg versprechen und liefern nun mal gerade die Produkte mit hohen Anteilen an Silikonen. Da klaffen dann Wunsch nach Natur und Wirklichkeit des schönen Effekts etwas auseinander.

Bei Fragen zu INCI Listen hilft zum Beispiel http://www.codecheck.info/kosmetik_gesundheit.kat
Hier kann man das Produkt eingeben und die Inhaltsstoffe prüfen. Besonders lohnend bei Produktnamen wie 'Natürlich', 'Mit Pflanzenkraft' usw. Bio ist meist mit einem Siegel gekennzeichnet, hier sind das BDIH und Natrue am aussagekräftigsten. Ecocert bekommt man schon ab einem kleinen Anteil an Bio im Produkt. Silikone erkennt man am -cone in der Endung. Mineralöl versteckt sich hinter Petrolatum (Vaseline), Paraffinum Liquidum, Ceresin u.ä.

Also auch wenn es im Prospekt anders steht, die INCI Liste verrät meistens alles ;)

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Hello Again

Ich weiß, ich weiß, ich vernachlässige euch sträflich hier. Aber ich schreibe grade so viel für die ECOenVOGUE, recherchiere für euch, dass ich kaum mehr zum Bloggen komme. Und es werden wieder spannende Themen für euch in der Septemberausgabe sein (ab 10.9. online!): Das Märchen vom Säureschutzmantel der Haut. Und was Seife damit zu tun hat. Der Stoff, aus dem die Hautpflege ist: Seide. Und Hanf. Und warum mir Bio immer wichtiger wird. Zum Säure-Basen Haushalt der Körpers habe ich schon einige sehr interessante Dinge gefunden. In den letzten Jahrzehnten ist der pH-Wert offenbar um etliche Prozentpunkte gesunken. Also was ist eigentlich der 'echte' Wert? Der eines Babys von 8.5? Oder der von Wasser, um die 7? Ist Meerwasser gar nicht wegen des Salzgehalts ein Heilmittel für die Haut sondern wegen des pH-Werts? Und wieso sollen wir uns mit sauren Chemiereinigern waschen, wenn wir andererseits mit Basenpulver unsere Ernährungs-und Streßbedingte Übersäuerung bekämpfen? Reicht ni...

Powerfrühstück 2: Bulletproof Coffee

Noch ein Trend, den ich schon länger auf amerikanischen Seiten verfolge, ist der sogenannte 'Bulletproof Coffee'. Hammerzeug. Zuerst habe ich auf einem Blog für gesunde Ernährung darüber gelesen. Da ging es um die positive Wirkung von gesättigten Fettsäuren auf das Gehirn und die allgemeine Leistungsfähigkeit. Und um das Wundermittel Kokosöl vor allem. Kokosöl wirkt sowohl äußerlich als auch innerlich gegen Entzündungen, Bakterien und Pilze. Es wird für Mundspülungen, das sogenannte Ölziehen eingesetzt und kann offenbar nicht nur Zähne weißer machen, sondern auch Karies verhindern (im Gegensatz zum giftigen Fluorid, wie neue Studien zeigen). Kokosöl innerlich verwendet entgiftet und liefert jede Menge Energie. Man sollte täglich 3 TL und für eine Detox-Kur über den Tag verteilt bis zu 7 Mal einen Teelöffel einnehmen. Aber wie? Nun, eine Möglichkeit ist in Smoothies. Und dann eben: Der Bulletproof Coffee. In Amerika ist es eine Diätform, einen großen BC anstelle des Frühstücks...

Powerfrühstück zum Ersten: Antioxidantien-Smoothie oder wie ich zufällig zum veganen Frühstück kam

Früher war ich total süchtig nach Buttermilchshakes. Bis ich rausgefunden habe, dass ich Laktoseintolerant bin. Ab da gab es zum Frühstück mein Obst mit laktosefreiem Biojoghurt. Ein Jahr lang auch mit Soja, weil ich Kuhmilch generell nicht mehr durfte. Hat dazu geführt, dass ich jetzt Soja nicht mehr gut vertrage.... Wann fing das eigentlich an mit den grünen Smoothies? Auf den amerikanischen Blogs werden seit 2 Jahren wahre Wunderdinge über Grünkohl und Co. berichtet. Und dann kam Attila Hildmann, der Rockstar der veganen Bewegung und machte seine Japantour, auf der er die Antioxidantien für sich entdeckte. Matcha-Tee zum Beispiel. Das wollte ich auch! Jenseits der 40 kann man jede Hilfe brauchen, um nicht vorzeitig alt auszusehen! Und Schwarztee oder Kaffee vertrage ich ohnehin nur schlecht. Beim Recherchieren kam ich dann allerdings drauf, dass Antioxidantien nicht zusammen mit Milchprodukten funktionieren. Die Milch macht die Dinger einfach platt. Verdammt. Und ich stolperte zud...