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Wirklich gesunde Ernährung und was sie mit Make-up und Glamour zu tun hat: Getreide

Heiliger Strohsack, seit Jahren wühle ich mich durch die verschiedensten Ernährungweisen und habe auf Grund von zahlreichen Beschwerden (die andere Menschen wohl nicht mal als Beschwerden empfinden würden) von Trennkost über Atkins bis hin zu mehr Basen fast alles ausprobiert. Früher vor allem, weil ich endlich nicht mehr spindeldürr sein und meine Heißhungeranfälle loswerden wollte. Nein, es ist nicht immer witzig, alles essen zu können ohne zuzunehmen, wenn einem Essen per se nicht gut bekommt und man nach 4 Mahlzeiten einfach keinen Appetit mehr hat. Aber essen muss, um nicht umzukippen.

Nachdem ich durch Zufall vor 3 Jahren herausfand, dass ich eine Fructose Unverträglichkeit habe, wurde es schon deutlich besser. Und anhand meiner Rosazea kann ich direkt ablesen, ob ich mich gerade vernünftig ernähre oder nicht. Diese lästigen Rötungen im Gesicht, die ich seit Teenagerzeiten habe, sind mit Ende 30 in mehr oder weniger ausgeprägte Entzündungen übergegangen und zeigen mir meist sehr schnell und deutlich, wann ich übersäuert bin. So eine Art Kompass im Diätendschungel, der mir hilft, eine neue Theorie an mir selbst schnell zu testen.

Was das jetzt mit Glamour, Haut und Haaren zu tun hat? Und warum das perfekte Aussehen der Stars eben nicht nur die Arbeit eines guten Visagisten ist? Nicht umsonst ist die Low-Carb Nummer so heiß in Hollywood, Detox mit Säften so hip und erfolgreich. Denn diese Diäten sorgen auch für eine strahlende, klare Haut, die in Zeiten von HD Kino mit extem deutlicher Auflösung so wichtig ist. Man kann Makel nicht mehr einfach mit fetter Schminke überdecken. Dank der HD Technik ist 20 das neue 40. Da hilft Airbrush auch nicht mehr, wenn drunter die Pickel blühen.

Bei meinen Recherchen bin ich über eine Menge interessanter Zusammenhänge gestolpert. Gluten zum Beispiel ist nicht mehr nur ein Problem für Zöliakie-Erkrankte. Durch den extrem hohen Getreideanteil in der modernen Ernährung, die ach so gesunden Frühstücksflocken und Fertiggerichte ist auch ein an sich gesunder Darm oft überfordert. Der Glutenanteil in Weizen ist gerade in Pizzateigen sehr hoch, bis zu 14%, damit der Teig schön elastisch wird. In Fertigbackwaren wird reines Gluten zugesetzt, um die Semmel schön fluffig zu machen. Deswegen knuspert das Zeug aus den SB Backshops auch so schön. In Getreidekörnern stecken diverse Stoffe, durch die die Pflanze verhindern möchte, verdaut zu werden. Es sind schließlich Samenkörner, die darauf angewiesen sind, unverdaut von Vögeln wieder ausgeschieden zu werden, um sich verbreiten zu können. Die Stoffe, Lektine, Phytine und Gliadine verhindern u.a. die Aufnahme von Mineralien, enthalten natürliche Opiate, die süchtig machen und fördern entzündliche Prozesse (im Darm, was zu Hautproblemen wie Akne führen kann), Depressionen und chronische Müdigkeit. Und ja, nach einer ordentlichen Portion Spaghetti könnte ich mich direkt schlafen legen...

Schon Udo Pollmer hat sehr anschaulich in seinem Buch 'Krank durch gesunde Ernährung' erklärt, warum man ausschließlich gründlich aufgeschlossenes und somit von den meisten Giftstoffen befreites Getreide essen kann. Nur durch Sauerteigführung und damit eine Fermentation über mindestens 24 Stunden wird ein Getreidekorn verträglich, oder nicht mehr schädlich. Pseudo-Vollkornbrot, das aus ganzen Körnern nur mit Hefe hergestellt wurde, erfährt seine verdauungsfördende Wirkung dadurch, dass der Darm das giftige Zeug so schnell wie möglich wieder loswerden möchte. Ergebnis sind üble Blähungen und Durchfall. Gesundes Vollkornbrot ist Brot aus gekeimtem Getreide, das Essener Brot. Hier bekommt man dann auch tatsächlich die vollen Mineralien und Eiweiße, die im Getreide stecken.

Alternativen sind Pseudo-Getreide wie Amaranth und Quinoa. Andere Kohlehydratquellen wie Kartoffeln oder Reis. Denn ganz ohne Carbs geht es auch nur eine kurze Zeitspanne gut für den Körper. Der Anfangserfolg der purzelnden Pfunde und dem Gefühl, fitter zu sein, ist wohl oft einer verstecken Glutenunverträglichkeit geschuldet. Klar fühlt sich dann alles besser an. Allerdings ist es ein bisschen pervers, dem Körper Nahrung zuzuführen, für deren Aufschlüsselung er mehr Energie verbraucht, als er dann im Endeffekt daraus ziehen kann. So ein Salatblatt liefert null Nährwert, und vielleicht ein paar wenige Ballaststoffe. Und einfach den Fleisch bzw. -Eiweissanteil zu erhöhen geht auch nicht gut für den Darm. Dazu mehr in einem eigenen Blog.

Weniger Getreide, mehr Gemüse, das aber nicht nur roh, denn auch hier haben wir es mit Pflanzen zu tun, die teilweise erst durch Kochen verwertbar werden, Kohlehydrate möglichst komplex und schon gar nicht aus Zucker ( http://www.nytimes.com/2011/04/17/magazine/mag-17Sugar-t.html?pagewanted=all&_r=0 ), wenig tierisches Eiweiss, aber auch kein Soja ( http://www.menshealth.de/food/gesunde-lebensmittel/die-sojaluege.249701.htm ). In meinem Fall auch wenig Obst und Gemüse mit niedrigem Fructoseanteil. Viel Wasser oder dünnen Kräutertee, nein, kein Scheiß, das hilft wirklich. Kein Koffein. Also wenig Säurebildner. Wie eben auch nicht fermentiertes Vollkorn. Nur das frische, sofort verarbeitete Vollkorn ist verdaubar. Vollkornmehl oder, bewahre, Vollkornnudeln, bedeuten für den Körper Schwerstarbeit bei der Entgiftung. Lieber wenig, aber dann richtige Nudeln.

Wenn ich hier konsequent bin, werde ich sogar von Gemüse satt. Oh Wunder, das kenne ich so noch nicht! Brauchte mein Körper doch immer seine Pasta, den Käse oder Fleisch dazu. Und das geniesse ich auch zwischendurch weiter. Man muss einfach wirklich auf seinen Bauch hören. Wenn der nach Gummibärchen schreit, ist er nicht in Ordnung!

Was mich allerdings echt sauer macht, ist das mit dem Bier. Aus Weizen. Und ja, ich bekomme eine Bierwampe, wenn ich öfter ein Weißbier trinke. Ich bin schon auf alkoholfreiem Bio-Weißbier. In meinem Kühlschrank wartet ein Dinkelbier auf seine Verkostung. Das werde ich so schnell nicht aufgeben. Bier ist einfach zu gut...Hm. http://www.zentrum-der-gesundheit.de/weizen-gluten-uebergewicht-ia.html

In diesem Sinne: Jetzt einen schönen Kräutertee! Prost


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