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Beauty Bloggerinnen

Ich finde das sehr süß, was da im Internet so alles passiert. Viele Mädchen mit Spaß am Schminken und Kosmetik posten eifrig ihre Erfahrungen und geben Video-Tutorials. Um anderen Mädchen mit Spaß am Schminken ihre Tricks zu verraten. Sogar ich staune da manchmal, auf was für Ideen die kommen. Allerdings gibt es auch viel Quatsch zu lesen und zu sehen. Und wie gerade bei Vox in 'Auf und davon' meinen manche, dass sie ihre Leidenschaft auch mal eben zum Beruf machen können. Dazu gehört mehr, auch eine professionelle Ausbildung. Allerings ist es nicht so, dass jede, die einen Pinsel halten kann, auch talentiert genug ist, es zum Profi zu schaffen.

Nicht umsonst dauert eine vernünftige Ausbildung zur Visagistin nicht unter 4 Wochen, in denen man von morgens bis abends an den verschiedensten Modellen übt und sich mit Konsistenzen von Produkten, Auftragetechniken, Warenkunde, Licht, Anatomie und und und beschäftigt. Ich selbst habe 3 Monate Ausbildung gemacht und danach für Fotografen und Filmschüler fast ein Jahr umsonst gearbeitet, bis ich mich fit genug fühlte, wirklich Geld zu verlangen und am Kunden zu arbeiten. Denn an einem Foto- oder Filmset braucht man Ruhe, Sicherheit und Routine. Da wird Professionalität erwartet und niemand interessiert, dass ihr eine Sammlung Nagellack zu hause habt, die einen Drogeriemarkt in den Schatten stellt.

Für eine Karriere am Make-up Counter im Kaufhaus reicht der eigene Blog manchmal. Bei entsprechendem Talent, mit gutem Farbverständnis und freundlicher Art am Kunden fallen kleine Unsicherheiten und fachliche Fehler nicht auf. Dem Kameramann oder Fotografen aber schon. Es gibt Kolleginnen, die für Beauty Shootings mit Vergrößerungsbrillen arbeiten oder Lupen benutzen, um das perfekte Make-up abzuliefern. Man hat es beim Job mit Models zu tun, die noch sehr einfach zu schminken sind, aber was tut die Bloggerin, wenn eine ältere Schauspielerin mit verschieden großen Augen und Schlupflidern gestylt werden soll? Es gibt auch beim Schminken Regeln und grundsätzliche Vorgehensweisen, die man kennen muss, um wirklich arbeiten zu können.

Dazu gehört auch, eine realistische Kalkulation zu machen. Wieviel muss ich am Tag verdienen, um über den Monat zu kommen, Versicherungen (eine Haftpflichtversicherung sollte jede Visagistin haben!!! Stellt euch vor, ihr stecht jemand ins Auge oder brennt mit dem Lockenstab eine Narbe...), Krankenversicherung, Unfallversicherung usw. Material, Fahrtkosten, Miete, Steuer (!!!)... Es gibt eine Mindestgage, erkundigt euch. Macht euch nicht eure eigenen Preise kaputt, indem ihr für zu wenig Geld arbeitet, nur um Jobs zu haben. Das gehört zum Berufsbild dazu, nicht nur Freude am Spielen mit Farbe. Eine vernünftige Ausbildung gibt euch Sicherheit, auch gegenüber Arbeitgebern. Visagistin ist aber kein Beruf, den man mal einfach so eben macht. Ein sehr schöner Job, aber eben auch wie jeder Job mit Anforderungen, die man kennen muss.

Wer Lust hat, ein paar professionelle Tricks zu lernen und ein bisschen in den Job reinschnuppern möchte, dem kann ich gerne ein paar Trainingsstunden geben. Auf diese Art können wir gemeinsam schauen, wo ihr steht, wieviel ihr könnt und wie eure Chancen sind, auf dem Markt wirklich zu arbeiten. Bringt ein Model mit und wir arbeiten mal richtig ;)

Übrigens hat auch das Mädel aus der Sendung nach nur ein paar tagen das handtuch geworfen und ganz richtig erkannt, dass ein schönes Hobby eins, tägliche Arbeit als kosmetikerin aber etwas gan anderes ist. Und dass sie besser im Büro bleibt. Ja, sich selber hübsch machen zu können heißt nicht, dass andere zu schminken einfach ist...

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